< Räbker Mühle auch am Steinhuder Meer präsent
27.10.2013 14:46 Alter: 4 yrs

Vier Räbker auf dem Bückeberg-Mühlenweg - fast 100 km von Mühle zu Mühle


Vorbildliche Ausschilderung der Tour mit eigenem Logo

Wehr einer Wassermühle am Südrand von Rodenberg

Gruppenbild vor dem Wasserschloss Hülsede

Ehemalige Wassermühle Ahnsen

Räbkes Mühlen liegen für eine zünftige Fahrradtour einfach zu eng beieinander. Das war der eine Grund, den angestammten Mühlen und besonders der Mühle Liesebach, am 26. und 27. Oktober 2013 den Rücken zu kehren. Der andere war, körperliche Ertüchtigung auf dem Fahrrad mit interessanten Eindrücken einer Region zu verbinden – nämlich dem Schaumburger Land -, wo „die Mühlen über Jahrzehnte nicht stehengeblieben sind“, sondern Wirtschaft und Touristik blühen.

Leider bekommt man auf diese Weise immer wieder bestätigt, dass wir Helmstedter die Gegenwart und die Zukunft verschlafen.

Also machten sich drei Räbker (Klaus Röhr, Egbert Aselmeier, Ludger Deters) am Samstag, 26. Oktober, mit der Deutschen Bahn auf und waren tatsächlich nach gut zwei Sunden pünktlich in Haste, Samtgemeinde Nenndorf, wo bereits der vierte Räbker (Christian Lubkowitz) mit aufgerödeltem Fahrrad wartete.

 

Einmal den Bückberg umfahren

Teilweise auf den Spuren der Niedersächsischen Mühlenstraße, aber auch auf eigenen Pfaden, wenn die Karte mit der Realität nicht in Übereinstimmung gebracht wurde, bewegten sich die vier „Ausländer“ im Schaumburger Land um den Bückeberg, der gut 360 Meter hoch ist und mit Deister und Süntel zu den ersten nennenswerten Erhebungen als Abschluss der Norddeutschen Tiefebene zählt. 

Wir wählten die Umfahrung des Berges im Uhrzeigersinn und hatten es somit auf den ersten 40 Kilometern mit Gegenwind zu tun, der uns aus Südwesten die Blätter entgegentrieb. Das Wetter dräute in allen Grauschattierungen vom Himmel, aber es fiel kein einziger Tropfen Regen. 

Am Staatsbad Nenndorf vorbei, über Rodenberg, mit einer Kurzpause beim Strietzel-Bäcker, unterquerten wir zwischen Apelern und Pohle das erste Mal die Bundesautobahn A2, mit einer einführenden kleinen Bergetappe, noch ohne nennenswerte Kollateralschäden an Körper und Gerät. 

In Hülsede genossen wir das prächtig erneuerte Wasserschloss in all seinen Ausmaßen. Und dann dauerte es nur noch wenige Radmeter, bis uns der heftigste Anstieg des Tages von etwa 145 auf 290 Meter Höhe die Luft aus der Lunge nahm – und für wenige Augenblicke auch die Lust, da wir uns verfahren hatten. War der Kampf mit der eigenen Kondition und Psyche umsonst gewesen? Nein, auch die „echte“ Strecke hätte Steigungen von 8 bis 10 Prozent gehabt, sodass die leichten Folgen eines Sturzes in den Wegschlamm schnell vergessen waren und der Zielort Raden doch erreicht wurde. 

Bei Rehren/Auetal kehrten wir in den Landschaftsraum nördlich der A2 zurück und näherten uns über Poggenhagen und Rolfshagen Bad Eilsen an – nach kurzen, aber heftigen Steigungen und einem spontanen Hundeangriff auf einen filligranen Mitradler, der glücklicherweise aber zu keinem „Abbaumen“ vom Fahrrad führte. 

Die Bückeburger Aue war fortan unsere Begleiterin und führte uns stracks zur Finanzakademie des Landes Niedersachsen und zur Klinik Bückeburg. Beides könnten für die Radler ja einträgliche Ziele gewesen sein.

 

Pause in Bad Eilsen

Milchkaffe, Kaffee, Apfelkuchen mit Sahne sowie Gespräche über Kurgäste waren die wesentlichen Inhalte unserer Pause gegen 14:00 Uhr. Von nun an sollte alles noch besser werden. Ab sofort schob uns der Wind, mehr und mehr zeigte sich die Sonne. Ein Kurzhalt an der Ahnsener Mühle war Pflichtprogramm, denn hier wurde vor Jahr und Tag eine Mehlmischanlage für die Mühle Liesebach ausgebaut und abgeholt. 

Über Obernkirchen – gut 60 Kilometer standen nun auf dem Tacho – ging es weiter nach Nienstädt, wo die Fahrräder in einer Kfz-Waschanlage wieder in ihren Reinigungszustand von vor der Tour versetzt wurden. Welche guten Ideen doch der Fahrtwind erzeugen kann! 

Mit der Kreisstadt Stadthagen, Lindhorst und Riepen schloss sich der schaumburgische Mühlenkreisel, und wir gelangten in einer lockeren, entspannten Ausfahrt auf wunderbar hergerichteten Fahrradwegen zu unserem Übernachtungshotel in Riehe. 

Gut über 100 Kilometer inklusive der Anfahrt zur Strecke in den Beinen und über sechs Stunden auf dem Sattel, aber viel mehr Stunden mit Spaß: Das ist das Fazit der Mühlentour in einer von uns bisher „unberadelten“ Region. 

Bei Nadine schmeckte das Rupp-Bier, dunkel, vorzüglich, ohne die lukullischen Feinheiten des Abends zu erwähnen.

Gen Mittag des 27. Oktobers waren alle Mühlenradler als Botschafter der Mühle Liesebach in einem fremden Landkreis wieder sicher im eigenen Mühlendorf gelandet.

 

CL 2013-10-27